«den ganzen tag


zugänglich»

Valiant war auch 2017 stabil und erfolgreich unterwegs. Das zeigen die bisherigen Zahlen. Aber ausruhen ist nicht: Die Bank hat in den kommenden Jahren viel vor. Valiant CEO Markus Gygax zu Expansionsplänen, Bankschaltern und der fehlenden Kristallkugel.

Bald ist Weihnachten. Was wünschen Sie sich für Valiant?
Dass wir weiterhin auf motivierte Mitarbeitende und treue Kundinnen und Kunden zählen können, welche die Veränderungen in der Bankbranche mittragen.

Welche Veränderungen meinen Sie?
Es gibt viele. Die derzeit grösste betrifft die Bankschalter. Die Ein- und Auszahlungen nehmen bei den Banken jedes Jahr um über zehn Prozent ab. Viele Kunden erledigen einfache Bankgeschäfte im E-Banking oder mit der App. Wir müssen das Thema Schalter angehen. Denn es ist unvernünftig, etwas unverändert anzubieten, das immer weniger nachgefragt wird.

Was bedeutet das für die Kunden?
Das Wichtigste: Wir schliessen keine unserer 91 Geschäftsstellen, sondern bleiben mit Mitarbeitenden vor Ort lokal verankert. Aber in fünf Jahren werden wir nur noch in rund 20 Hauptgeschäftsstellen klassische Bankschalter betreiben. Regional so verteilt, dass sie für alle Kunden gut erreichbar sind. In den anderen Geschäftsstellen ersetzen moderne und digitale Elemente die Bankschalter.

Was heisst ersetzen?
Die gängigsten Dienstleistungen wie Einund Auszahlungen bieten wir weiterhin an, einfach nicht mehr am Schalter, sondern mit Automaten. Bei einfachen Geschäften unterstützen Mitarbeitende aus dem Kundencenter die Kunden per Video. Der grosse Vorteil: Die Geschäftsstellen mit umgebauten Schalterzonen sind den ganzen Tag zugänglich.

Sie sprechen von Video. Sind keine Menschen aus Fleisch und Blut mehr in den Filialen?
Doch, bei uns sind weiterhin überall Mitarbeitende vor Ort. Sie beraten die Kunden nach Terminvereinbarung bei komplexen Finanzthemen. Die Videoagenten arbeiten zentral in Gümligen und helfen bei einfachen Dingen oder machen Kurzberatungen. So haben die Kundenberatenden in den Geschäftsstellen mehr Zeit für die schwierigeren Themen. Und davon profitieren letztlich unsere Kunden.

Kürzlich hat Valiant die erste Geschäftsstelle in Morges am Genfersee eröffnet. Wollen Sie bald schweizweit präsent sein?
Schweizweit nicht, aber in grösseren Agglomerationen vom Bodensee bis an den Genfersee. «Bald» wird das allerdings nicht sein. Da wir mit zwei neuen Geschäftsstellen pro Jahr planen, wird das ein paar Jahre dauern. Die Eröffnung in Morges war der erste Schritt. Für 2018 sind Nyon und Vevey vorgesehen und danach gehts in die Nord- und Ostschweiz. Und mit der Übernahme der Triba Partner Bank schliessen wir Lücken in der Zentralschweiz.

Andere Banken schliessen Geschäftsstellen, Valiant eröffnet neue. Sinnvoll?
Für Valiant auf jeden Fall, denn wir müssen uns weiter entwickeln. Wir sind stark in ländlichen Regionen und wollen es auch bleiben. Aber das grösste Wachstumspotenzial haben wir in den Agglomerationen. Die lokale Verankerung ist ein Wert von Valiant, den wir mit bestehenden und neuen Geschäftsstellen erhalten wollen.

Wie sieht das Banking in 20 Jahren aus?
Leider habe ich keine Kristallkugel. Ich denke, dass die Banken wichtig bleiben, um den Kunden die komplexe Finanzwelt einfach zu erklären. Aber die Banken werden sich verändern, denn auch die Kunden und ihre Bedürfnisse verändern sich. Physische Präsenz vor Ort kombiniert mit digitalen Dienstleistungen – das dürfte die Zukunft des Bankings sein.

ValOr 02¦2017

Text: Marc Andrey Foto: Reto Andreoli

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