Haus kaufen: So läuft ein Hauskauf ab

Ein Haus kaufen – das macht man nicht alle Tage. Wir erklären, wie ein Hauskauf abläuft und was Sie bei jedem Schritt beachten müssen. Mit dieser Checkliste für den Hauskauf sind Sie gut vorbereitet und vergessen garantiert nichts.


Schritt 1: Definieren Sie Ihre Bedürfnisse

​​​​​​​Finden Sie heraus, welche Wohnform zu Ihnen passt: Stellen Sie sich ein freistehendes Einfamilienhaus, ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung vor? Wägen Sie die Vor- und Nachteile ab, am besten auf Papier. Wenngleich ein Reihenhaus beispielsweise günstiger im Unterhalt als ein freistehendes Familienhaus ist, müssen Sie dafür mehr Rücksicht auf die Nachbarn nehmen. 

Ebenfalls wichtig bei der Wahl des Eigenheims: die Lage. Möchten Sie in der Stadt oder auf dem Land leben? Wie lang ist Ihr Arbeitsweg oder der Schulweg der Kinder? Gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Parks oder auch Spielplätze in der Nähe? Liegt das Haus an einer Hauptstrasse oder in einer ruhigen Wohngegend? Definieren Sie Ihre Prioritäten genau. So können Sie Angebote rasch gegenprüfen. 

Denken Sie beim Hauskauf auch an die Zukunft. Irgendwann gehen Sie in den Ruhestand oder die Kinder werden erwachsen und ziehen aus. Damit verändern sich Ihre Bedürfnisse an die Immobilie von Grund auf. Somit sind beispielsweise Grundrisse praktisch, die sich zum Mehrfamilienhaus umbauen lassen. So können Sie in der unteren Etage weiter wohnen und durch die Vermietung der oberen Etage Mieteinnahmen generieren.

Checkliste «Wunschliegenschaft»

​​​​In dieser Checkliste können Sie Punkte ankreuzen, die Ihnen bei Ihrem zukünftigen Eigenheim wichtig sind.

Checkliste

Schritt 2: Stellen Sie die Finanzierung sicher

Anhand Ihrer Bedürfnisse können Sie abschätzen, wie teuer das neue Eigenheim werden dürfte. Um die Finanzierung zu stemmen, können Sie eine Hypothek aufnehmen. Es gibt zahlreiche Hypothekenmodelle. Generell gilt, dass die Belehnung maximal 80 Prozent betragen darf. Sie müssen also mindestens 20 Prozent des Kaufpreises aus Ersparnissen bezahlen. Gut zu wissen: Sie können Ihre Säule 3a und Pensionskassengelder zur Wohneigentumsfinanzierung nutzen.

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Schritt 3: Finden Sie Angebote

Anhand Ihrer Bedürfnisse und Ihres Budgets können Sie nun mit der Immobiliensuche loslegen. Objekte finden Sie online auf Immobilienportalen, in Zeitungen oder bei Zwangsversteigerungen. Hören Sie sich auch im Familien- und Freundeskreis um, vielleicht kennt jemand eine Person, die mit dem Gedanken eines Verkaufs spielt. Hypotheken-Experten einer Bank sind ebenfalls eine gute Quelle, denn oft haben sie Informationen über Immobilien, die noch nicht öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben wurden. 


Schritt 4: Besichtigen Sie das Haus

Haben Sie eine passende Immobilie ausfindig gemacht, sollten Sie auf jeden Fall eine Besichtigung vereinbaren. Stimmen die Angaben aus dem Inserat mit dem Objekt überein? Lassen Sie sich Zeit und überstürzen Sie nichts. Auch wenn die erste Immobilie perfekt erscheint, ist es durchaus sinnvoll, mehrere Objekte anzuschauen. Nutzen Sie die Besichtigung, um Fotos zu machen. So können Sie Objekte optisch direkt miteinander vergleichen. Besuchen Sie das Quartier zu verschiedenen Tageszeiten, um ein Gefühl für die nahe Umgebung zu bekommen.

Ein Hausbesichtigungsprotokoll kann helfen, bei der Besichtigung nichts zu vergessen. Notieren Sie sich Informationen zu folgenden Bereichen:​​​​​​​

  • Standort und nähere Umgebung (Öffentlicher Verkehr, Arbeitsweg, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote, medizinische Versorgung)
  • Grundstück (Lage, Auflagen und Dienstbarkeiten, Bauzone, Altlasten wie Schadstoffbelastung im Boden, Garten, Garage und Parkplatz)
  • Gebäude (Denkmalschutz, Renovationsbedarf, Altlasten wie Schadstoffbelastung in der Bausubstanz, Nebenkosten, Energievorschriften, tragende Wände)
  • Innenräume (Anzahl, Helligkeit, Qualität der Ausstattung)
  • Grund des Verkaufs (Mängel, Nachbarschaft)

Schritt 5: Informieren Sie sich bei der Gemeinde

Informieren Sie sich bei der Gemeinde, ob in nächster Zeit Bauarbeiten im Quartier geplant sind. So erleben Sie keine bösen Überraschungen, wenn beispielsweise eine Grossbaustelle neben Ihrem neuen Zuhause eröffnet wird. Ebenfalls wichtig: Prüfen Sie den Grundbucheintrag der Immobilie. Dort finden Sie die Rechte und Pflichten, die an das Grundstück geknüpft sind.


Schritt 6: Vereinbaren Sie eine zweite Besichtigung

Ihnen hat die Besichtigung gefallen, die Lage stimmt und Sie sind an einem Kauf interessiert. Nun ist es ratsam, gemeinsam mit einem Gutachter eine zweite Besichtigung durchzuführen. Dieser hilft Ihnen, herauszufinden, ob der Zustand der Bausubstanz und der Installationen wirklich so gut ist, wie der Verkäufer verspricht. Das ist wichtig, denn Mängel, die erst nach dem Kauf entdeckt werden, müssen Sie unter Umständen selber beheben.


Schritt 7: Lassen Sie den Verkehrswert schätzen

Lassen Sie den Verkehrswert der Immobilie von einem Experten einer Bank oder von einem Gutachter schätzen. Das ist der Preis der Immobilie, der innerhalb eines Jahres auf dem Markt erzielt werden könnte. Der Verkehrswert ist ausschlaggebend für maximale Höhe einer Hypothek. Liegt der ausgeschriebene Kaufpreis über der Schätzung, ist es durchaus sinnvoll, mit dem Verkäufer erneut zu verhandeln.

Schritt 8: Prüfen Sie den Kaufvertrag

Unterschreiben Sie den Kaufvertrag nicht vorschnell. Ein Anwalt kann bei komplizierten Formulierungen helfen. Der Kaufvertrag muss folgende Komponenten enthalten:

  • Namen und Adressen aller Parteien
  • Kaufpreis und Zahlungsbedingungen
  • Exakte Beschreibung der Immobilie mit Adresse, Katasternummer und Angaben über den Zustand bei der Übergabe
  • Dienstbarkeiten, die im Grundbuch stehen
  • Regelung zur Weiterführung bestehender Versicherungen, wie beispielsweise einer Gebäudeversicherung
  • Bezahlung der Gebühren und Steuern, insbesondere der Grundstücksgewinnsteuer
  • Termin der Übergabe

Schritt 9: Lassen Sie den Grundbucheintrag vornehmen

Sollten Vertragspunkte unzureichend formuliert sein oder fehlen, gehen Sie mit dem Verkäufer ins Gespräch und ergänzen den Text. Erst wenn beide Parteien mit dem Kaufvertrag zufrieden sind, wird er von einem Notar beglaubigt und im Grundbuch eingetragen. Zum Beweis Ihrer Zahlungsbereitschaft können Sie dem Verkäufer eine unwiderrufliche Zahlungsgarantie Ihrer Bank aushändigen. Diese belegt, dass der Kaufpreis bei Grundbucheintrag gezahlt wird. Das schafft Vertrauen, und Ihr Hauskauf kommt erfolgreich zum Abschluss. Herzlichen Glückwunsch! Sie sind nun stolzer Eigenheimbesitzer.