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Ein Elternteil beim Gärtnern mit seinem Kind.
Vorsorge

Richtig vorsorgen bei Teilzeitarbeit

Ein reduziertes Arbeitspensum bedeutet mehr Zeit – aber auch mehr Risiken. Es gilt, sich gezielt abzusichern.
18.03.2026|9min
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Teilzeitarbeit bietet viele Vorteile: mehr Freizeit, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Raum für Weiterbildung und persönliche Projekte. Gleichzeitig wirkt sich ein reduziertes Arbeitspensum auf die finanzielle Sicherheit aus. 

Welche Auswirkungen hat ein reduziertes Arbeitspensum auf die Vorsorge im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall? Wer Teilzeit arbeitet, sollte sich mit diesen und weiteren Fragen auseinandersetzen. Dieser Artikel hilft, den Überblick zu behalten.

 

Wie wirkt sich Teilzeitarbeit auf die Vorsorgeleistungen aus?

Mehr Zeit, weniger Stress: In Bezug auf die Lebensqualität hat Teilzeitarbeit fast nur Vorteile. Anders sieht es bei den Finanzen aus. Wer weniger arbeitet, erhält meist auch weniger Lohn. Das beeinflusst nicht nur kurzfristig das Budget, sondern langfristig auch die Vorsorge im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall. Sowohl die staatliche Vorsorge als auch die berufliche Vorsorge basieren auf dem Erwerbseinkommen. Sinkt dieses, fallen auch die späteren Leistungen tiefer aus. Davon betroffen sind insbesondere die AHV, die IV und die Pensionskasse. 
 

Welchen Einfluss hat Teilzeitarbeit auf die Pensionskasse?

Ein reduziertes Arbeitspensum wirkt sich besonders spürbar auf die berufliche Vorsorge aus. Denn die Pensionskassen versichern in der Regel nur denjenigen Teil des Lohnes, der nach dem Koordinationsabzug übrigbleibt. Wie hoch der Abzug ist, legt der Bund jährlich fest. Dabei dürfen die Pensionskassen auch bei einem reduzierten Pensum pauschal den vollen Koordinationsabzug anwenden. Besonders für Teilzeitarbeitende mit kleinem Pensum kann das drastische Folgen haben: Ihr versicherter Lohn schrumpft überproportional. So zahlen sie, als auch die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber, nur noch auf diesen kleineren Anteil des Lohnes prozentuale Beiträge ein. Die Folge: Der Aufbau von Alterskapital verlangsamt sich. Ebenso minimiert sich eine allfällige Kinder-, Hinterbliebenen- oder Invalidenrente aus der Pensionskasse. Denn auch für sie ist der versicherte Lohn massgebend.
 

Welcher Effekt hat Teilzeitarbeit auf die AHV und IV?

Auch die AHV und die IV sind vom Einkommen abhängig: Monatlich erfolgt ein prozentualer Abzug vom Lohn. Wer in einem reduzierten Pensum arbeitet, zahlt folglich tiefere Beiträge ein. Das führt zu einer tieferen Rente, insbesondere, wenn die Teilzeitarbeit über einen längeren Zeitraum andauert. Denn die Altersleistung der AHV als auch die Versicherungsleistung bei Invalidität oder Teilinvalidität errechnen sich aufgrund des durchschnittlichen Erwerbseinkommens über alle Beitragsjahre. Gleiches gilt für eine Witwen-, Witwer- oder Waisenrente, falls die versicherte Person stirbt: Teilzeitarbeit führt zu reduzierten Leistungen für die Hinterbliebenen.
 

Wie stark beeinflusst Teilzeitarbeit die Vorsorgeleistungen?

Die Auswirkungen von einen reduzierten Pensum können grösser sein, als viele erwarten. Bereits bei einem Vollzeitpensum decken AHV und Pensionskasse zusammen häufig nur rund 60 Prozent des letzten Lohnes ab. Wird über mehrere Jahre Teilzeit gearbeitet, reduziert sich dieser Anteil zusätzlich. Deshalb lohnt es sich, die eigene Vorsorgesituation frühzeitig zu überprüfen. So lässt sich realistisch einschätzen, ob Lücken entstehen und zusätzliche Massnahmen sinnvoll sind.
 

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Wie lassen sich Vorsorgelücken aufgrund von Teilzeitarbeit schliessen?

Bei einem reduzierten Arbeitspensum gewinnt die private Vorsorge – die sogenannte 3. Säule des Schweizer Vorsorgesystems – an Bedeutung. Sie soll nach der Pensionierung, gemeinsam mit den ersten beiden Säulen, den gewohnten Lebensstandard sichern. Ein Vorsorgekonto ist dabei ein wichtiges Instrument. Auf ein Säule-3a-Konto kann jährlich der vom Bund festgelegte Maximalbetrag einbezahlt werden. 

Beiträge in die private Vorsorge der Säule 3a helfen, das Alterskapital gezielt zu stärken. Je früher und regelmässiger jemand einzahlt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Zudem sind die 3a-Einzahlungen steuerlich attraktiv: Sie können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und sind von der Vermögenssteuer befreit. Wer das 3a-Guthaben ausserdem in Fonds anlegt, kann von zusätzlichen Ertragschancen profitieren.
 

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Darüber hinaus sind freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse eine Möglichkeit, um gezielt Vorsorgekapital aufzubauen. Ein Pensionskasseneinkauf kann doppelte Vorteile bringen: Einerseits erhöhen sich damit in der Regel die Leistungen, anderseits kann der Einkauf steuerlich in Abzug gebracht werden.



Was gilt es bei Teilzeitarbeit weiter zu beachten?

Die möglichen Tücken der Teilzeitarbeit enden nicht bei AHV, IV und Pensionskasse. Je nach Pensum gilt es bei Teilzeitarbeit auf weitere wichtige Punkte zu achten:

  • Mutter- und Vaterschaft sowie Militär- und Zivildienst: Auch die Erwerbsersatzordnung (EO) gehört zur 1. Säule des Schweizer Vorsorgesystems. Da die Leistungen bei Mutter- und Vaterschaft sowie bei Militär- und Zivildienst auf dem durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommen basieren, kann Teilzeitarbeit auch in diesen Bereichen zu tieferen Entschädigungen führen.
  • Arbeitslosigkeit: Bei Arbeitslosigkeit werden nach einer Sperrfrist 80 Prozent des letzten Lohnes ausbezahlt, ohne unterhaltspflichtige Kinder liegt der Betrag bei 70 Prozent. Für Teilzeitarbeitende ist der erhaltene Versicherungsbetrag somit entsprechend tief. 
  • Nichtberufsunfall: Ein Nichtberufsunfall ist ein Unfall, der nicht am Arbeitsplatz geschieht, beispielsweise beim Skifahren. Wer weniger als acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber tätig ist, ist nicht für Nichtberufsunfälle versichert. Diese Versicherung muss folglich selbst abgeschlossen werden. Das ist beispielsweise über die Krankenkasse möglich.

Somit wird klar: Teilzeitarbeit bringt Vorteile, aber auch Risiken. Doch wer sich informiert, kann sich für den Ruhestand und unvorhergesehene Ereignisse absichern. Überprüfen Sie jetzt Ihre Vorsorge und passen Sie diese an Ihre aktuelle Lebenssituation an. So vermeiden Sie finanzielle Engpässe und geniessen unbeschwert die zahlreichen Vorzüge der Teilzeitarbeit.
 

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