
Pensionierung planen
Szenarien entwerfen, Chancen nutzen: Die eigene Pensionierung zu planen, bedeutet nicht, jedes Detail weit im Voraus festzulegen. Doch es ist sinnvoll, schon früh Möglichkeiten zu skizzieren und sich auf die Zeit nach dem Arbeitsleben vorzubereiten. Denn wer seine Situation kennt, hält sich Handlungsspielraum offen und geht gelassener in den neuen Lebensabschnitt.
Ab Mitte 40: Weichen stellen
Im Alter von 40 bis 45 Jahren ist ein guter Zeitpunkt, sich erste Gedanken über die Pensionierung zu machen. In dieser Phase geht es weniger um Detailpläne, sondern um eine Standortbestimmung: Wie sieht meine finanzielle Situation aus? Wie entwickelt sie sich, wenn ich so weitermache wie bisher? Habe ich durch Teilzeitarbeit oder Pausen im Erwerbsleben Vorsorgelücken? Mit Mitte 40 bleiben noch 20 Jahre Zeit, um durch Sparen und Anlegen Vorsorgelücken ausgleichen zu können. Wer erst mit 60 beginnt, kann zwar rechnen – aber kaum noch korrigieren.
Zehn Jahre vor der Pensionierung: Es wird konkret
Rund 10 bis 15 Jahre vor dem geplanten Rückzug aus dem Arbeitsleben sollte die eigentliche Pensionsplanung starten. Besonders wichtig: Wer eine Frühpensionierung anstrebt, braucht mehr Vorlaufzeit. Es gilt die Faustregel: Jedes Jahr, das man früher aufhört, kostet einen zusätzlichen Jahreslohn. Gleichzeitig können die Leistungen von Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und Pensionskasse sinken.
Die wohl bedeutendste Entscheidung betrifft die Frage: Rente oder Kapitalbezug? Viele Erwerbstätige verfügen über mehrere Hunderttausend Franken in der Pensionskasse - und entscheiden ein einziges Mal im Leben über ein so grosses Vermögen. Neben finanziellen Aspekten wie Steuern und Wohnsitz zählt auch das Bauchgefühl: Kann ich mit einer grossen Geldsumme umgehen? Oder brauche ich die Sicherheit einer monatlichen Rente? Oft sind Mischlösungen sinnvoll – indem zum Beispiel Fixkosten durch eine Rente gedeckt werden und zusätzlich Kapital für Reisen oder Sonderwünsche bereitsteht.
Wohnsituation und Hypothek: rechtzeitig prüfen
Ein weiterer Knackpunkt ist das Eigenheim. Nach der Pensionierung dürfen Hypotheken in der Regel höchstens zwei Drittel des Liegenschaftswerts betragen. Weil das Einkommen meist sinkt, müssen zudem Tragbarkeit und laufende Kosten neu gerechnet werden. Wer sein Eigenheim behalten will, sollte frühzeitig Szenarien durchspielen – vom Umbau bis zum Umzug in eine für das hohe Alter passende Wohnung.
Beratung schafft Klarheit
Seminare von Arbeitgebern oder Pensionskassen zur Pensionierungsvorbereitung sensibilisieren sie ersetzen aber keine individuelle Beratung. Eine persönliche Finanzplanung Anfang 50 berücksichtigt Einkommen und Vermögen, Steuern sowie die familiäre Situation und persönliche Wünsche. So lassen sich realistische Zukunftsbilder entwickeln: Welche Träume sind erreichbar? Welche Prioritäten muss ich setzen? Eine Beratung schafft so Handlungsspielraum und hilft, böse Überraschungen im Ruhestand zu vermeiden.
Pensionierung planen als Unternehmer/in
Die Pensionierung als Unternehmerin oder Unternehmer erfordert eine rechtzeitige und sorgfältige Planung in persönlichen, unternehmerischen, finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Fragen. Viele wünschen sich eine geregelte Unternehmensnachfolge – oftmals innerhalb der Familie oder durch Mitarbeitende. Die Nachfolgeregelung des Unternehmens sowie die persönliche Pensionierungsplanung sind eng miteinander verknüpft und sollten daher professionell und gesamtheitlich angegangen werden. Frühzeitige Beratung zahlt sich aus – geschäftlich und privat.



