
«Wir dosieren unsere Beziehung»
Ramon und Silvan Zürcher sind auf Erfolgskurs: Ihr zweiter Spielfilm, «Das Mädchen und die Spinne», hat an der diesjährigen Berlinale zwei Preise geholt. Die 1982 im Seeland geborenen Zwillinge wurden auf zahlreiche internationale Filmfestivals eingeladen. Und Ramon Zürcher schreibt bereits am nächsten Drehbuch. «Schon als Kinder waren wir kinoverrückt», erzählt er.
«Wir spüren nicht automatisch, was der andere denkt.»
Bei ihren Filmen arbeiten die Brüder eng zusammen. Dabei achten die zwei auf eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung. «Sonst gibt es eine ‹Verantwortungsdiffusion›, bei der jeder davon ausgeht, dass sich der andere kümmert», sagt Ramon. Weil sie sich so nah seien, müssten sie bewusst daran denken, Themen offen anzusprechen. Und nicht meinen, der eine wisse automatisch, was der andere im Sinn habe. Das Grundvertrauen, das die beiden seit ihrer Geburt verbinde, sei aber natürlich auch hilfreich, vor allem, wenn bei Stress am Filmset die Emotionen einmal hochgehen.
Getrennte Wohnungen würden seit einiger Zeit für Abstand sorgen. «So ist man nicht ständig geneigt, den Bruder im Nebenzimmer mit einer Idee aus seiner Konzentration zu reissen», sagt Silvan. Auch sei es so einfacher, die «Ich-Zeit» und die «Wir-Zeit» sowie die berufliche und die private Ebene voneinander abzugrenzen. Telefonieren tun sie allerdings vier- oder fünfmal täglich.
«Das Mädchen und die Spinne»
Die Filmemacher-Zwillinge Silvan (im Bild oben links) und Ramon Zürcher bieten ihren neuen Film «Das Mädchen und die Spinne» auf folgenden Video-on-Demand-Plattformen an: filmingo und myfilm.



