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Wirtschafts- & Finanzmarktausblick 9/2026

Zunehmende Nervosität an den Obligationenmärkten.
Renato Flückiger-31.08.2026|3min
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Der Chefökonom von Valiant, Renato Flückiger, erklärt Ihnen, was derzeit die Finanzmärkte beschäftigt.

  • Die Finanzmärkte stehen derzeit im Spannungsfeld einer weiterhin widerstandsfähigen Weltwirtschaft, solider Unternehmensgewinne und einer zunehmenden Nervosität an den internationalen Obligationenmärkten. Die Unsicherheit rund um die Energieversorgung steht zwar nicht mehr im Zentrum des Marktgeschehens, bleibt aber ein relevanter Risikofaktor.

  • In den vergangenen Wochen stiegen die Renditen langfristiger Staatsanleihen in den USA, Grossbritannien, Japan und Europa deutlich. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen überschritt zeitweise 5 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2007. Von einer eigentlichen Obligationenmarktkrise kann bislang nicht gesprochen werden, da sich der Renditeanstieg vor allem auf sehr lange Laufzeiten konzentriert. Dahinter steht eine höhere «Laufzeitprämie», bedingt durch hohe Staatsdefizite, ein wachsendes Anleiheangebot sowie geopolitische und inflationäre Unsicherheiten. Der US-Dollar geriet dadurch unter Druck, während Gold deutlich zulegen konnte, was die Bedeutung einer breiten Diversifikation einmal mehr unterstreicht.

  • Der Renditeanstieg dürfte die Konjunktur zunächst nur moderat belasten, könnte bei anhaltend hohen Zinsen jedoch Hypotheken, Unternehmensfinanzierungen und Investitionen bremsen. Die Aktienmärkte bleiben dank solider Gewinne und der erwarteten Produktivitätssteigerungen durch Künstliche Intelligenz robust, stehen jedoch durch höhere Zinsen unter Bewertungsdruck. Die Schweiz ist mit tiefer Inflation, einem Leitzins von 0 Prozent, einem starken Franken und soliden Staatsfinanzen vergleichsweise gut positioniert.

  • Anlagepolitisch gehen wir davon aus, dass die höheren Laufzeitprämien länger bestehen bleiben. Hohe Staatsverschuldung, steigende Emissionsvolumen und der Rückzug der Zentralbanken als Anleihekäufer sprechen für anhaltend erhöhte Zinsrisiken. Langlaufende Staatsanleihen halten wir deutlich untergewichtet, während wir solide Unternehmensanleihen mittlerer Laufzeit bevorzugen. Bei Aktien bleiben wir konstruktiv, aber ohne deutliche Übergewichtung. Gold und Schweizer Immobilienfonds dienen weiterhin der Diversifikation.

 

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Anlagestrategie September 2026
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